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30.03.2025

„Unser Ziel ist es, dass niemand Schmerzen ertragen muss“

Akutschmerzdienst betreut Patienten rund um die Uhr und passt die Schmerztherapie mehrmals täglich individuell an
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Im CaritasKlinikum Saarbrücken finden täglich viele große Operationen statt – besonders im Bereich des Oberbauchs, am Darm oder bei gynäkologischen Tumoren. „Durch unser großes Onkologisches Zentrum haben wir sehr viele Tumor-Operationen, bei denen die Patienten häufig postoperativ sehr starke Schmerzen haben“, weiß Professor Dr. med. Andreas Sielenkämper, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin. „Mit unserem Akutschmerzdienst betreuen wir die Patienten nach einer OP mehrmals täglich, um die Schmerzmittel stets an die individuellen Bedürfnisse anzupassen.“


Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten; eine davon ist die Anlage eines Peridural-Katheters. Dieser wird vor der Operation in der Nähe des Rückenmarks eingeführt und verbleibt rund vier bis acht Tage im Körper, so dass nach der Operation mittels einer Pumpe die Gabe des Schmerzmittels individuell gesteuert werden kann. Auch über Venenzugänge ist eine patientenkontrollierte Schmerzmittel-Gabe möglich.
„Wenn postoperative Schmerzen nicht gut behandelt werden, besteht die Gefahr, dass sie sich chronifizieren“, sagt Chefarzt Professor Sielenkämper. „Wir berücksichtigen sehr genau bestehende Vorerkrankungen, bisherige Medikationen und deren Wechselwirkungen. Der Patient bekommt genau das, was er braucht. Es ist ein sehr verträgliches Verfahren mit wenig Nebenwirkungen. Durch kontrollierte Schmerzmittelgabe wird zusätzlicher Stress vermieden, was wiederum zu weniger Komplikationen führt. Der Schmerzkatheter fördert zudem die Darmtätigkeit und sorgt für eine schnellere Mobilisation, sodass die Patienten auch schneller wieder ins häusliche Umfeld entlassen werden können.“


Rund 15 Patienten werden täglich zweimal durch den Akutschmerzdienst besucht. Dazu stehen mehrere speziell ausgebildete so genannte Pain Nurses zur Verfügung. Eine davon ist Aline Jotz-Huber, Krankenschwester mit Fachweiterbildung Anästhesie und Intensivmedizin. „Anhand einer Schmerzskala passe ich die Therapie individuell mit dem Patienten an. Man kann uns jederzeit kontaktieren – rund um die Uhr.“ Im Onkologischen Zentrum findet immer ein intensiver Austausch aller an der Behandlung beteiligten Akteure statt, Ärzte und Pflege arbeiten eng zusammen und machen mindestens eine Visite am Tag gemeinsam. „Die Patienten sind fast immer überrascht, wie wenig Schmerzen sie haben, wenn sie von uns richtig eingestellt werden und an der Dosierung selbstständig mitwirken können“, ist ihre Erfahrung. „Es ist toll zu sehen, wie die Patienten profitieren, wie vielen postoperativen Problemen wir präventiv vorbeugen können und wie positiv sich die Schmerzlinderung auf die Psyche auswirkt. Gegen Ende des stationären Aufenthalts planen wir gemeinsam den Übergang zu oralen Schmerzmitteln, damit dieser reibungslos funktioniert.“


Jeannette Schreiber ist Fachärztin in der Anästhesie und sieht es als ihre Aufgabe, die für den jeweiligen Patienten individuell passende Schmerztherapie zu finden. „Es gibt verschiedene Arten von Schmerzen, sei es innerlich an den behandelten Organen oder äußerlich an der Schnittstelle. Zudem hat jeder Mensch ein anderes Schmerzempfinden. Ältere Patienten leiden zum Beispiel häufiger unter chronischen Rücken- oder Gelenkschmerzen. Wir gehen tagesaktuell auf die jeweiligen Bedürfnisse ein. Unser Ziel ist es, dass niemand Schmerzen ertragen oder aushalten muss.“


Jeannette Schreiber war zudem maßgeblich daran beteiligt, den kompletten Prozess der Schmerztherapie zum Jahreswechsel vollständig zu digitalisieren. „Seit Januar gibt es keine Papierprotokolle mehr – alle Informationen werden in der digitalen Patientenakte zentral erfasst und jeder kann darauf zugreifen. Das macht Therapieveränderungen wesentlich einfacher, verbessert die Möglichkeiten der Auswertung und trägt letztendlich wesentlich zur Patientenzufriedenheit bei.“


Anästhesie-Chefarzt Prof. Dr. Andreas Sielenkämper ist froh, dass mit dem Akutschmerzdienst so vielen Patienten geholfen werden kann: „Die Anästhesie hat sich in den letzten 20 bis 30 Jahren stetig weiterentwickelt und die eingesetzten Mittel sind immer sicherer, besser steuerbar, komfortabler, verträglicher und nebenwirkungsärmer. Das ist ein deutlicher Zugewinn für die Patienten.“

 

Mehr Informationen: https://www.caritasklinikum.de/kliniken-zentren/fachabteilungen-st.-theresia/anasthesiologie-und-intensivmedizin/schmerztherapie 

Onkologisches Zentrum am CaritasKlinikum Saarbrücken St. Theresia Rheinstraße 2, D-66113 Saarbrücken

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